05.02.2018

Trotz pflicht- und rechtswidriger Behandlung kein Schmerzensgeldanspruch mangels Kausalität

Die Haftung eines Arztes kann auch darauf gestützt werden, dass der Patient mangelhaft oder überhaupt nicht über die Behandlung aufgeklärt wurde. Hierbei muss der Patient jedoch darlegen, dass er bei ordnungsgemäßer Aufklärung in einen Entscheidungskonflikt geraten wäre. Wenn z.B. eine Standardmedikation nach einem Eingriff lege artis gegeben werden muss, so muss der Patient darlegen, welche Gründe in seinem Fall dagegensprechen.

Liegt keine ordnungsgemäße Aufklärung über Risiken und Behandlungsalternativen vor, so ist die vorgenommene Behandlung pflicht- bzw. rechtswidrig. Jedoch hat der Patient weiterhin die Kausalität zwischen der rechtswidrigen Behandlung und dem eingetretenen Schaden zu beweisen.

In einem Fall des OLG Koblenz wurde der Patient über die Einnahme des Antibiotikums Cefadroxil nicht aufgeklärt. Dieses Antibiotikum ist ein Standardmedikament. Im Verfahren hatte der Kläger es allerdings versäumt, vorzutragen, dass und inwiefern er bei zutreffender ärztlicher Aufklärung in einen Entscheidungskonflikt geraten wäre. Des Weiteren konnte er einen Kausalzusammenhang zwischen der Behandlung und dem erlittenen Gesundheitsschaden nicht darlegen und beweisen. Dies führte dazu, dass trotz des Vorliegens einer rechtswidrigen Behandlung der Beklagte zum Schadenersatz und Schmerzensgeld nicht verpflichtet war.

OLG Koblenz, Urteil vom 29.3.2017 -  Az. 5 U 963/16

In der Praxis ist von Bedeutung nicht nur zu den Gesundheitsfolgen und Behandlungsfehlern vorzutragen, sondern auch Fragen der Kausalität medizinrechtlich aufzuarbeiten. Lassen Sie sich beraten unter 0611 / 505 99 778.

 
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