04.02.2018

Aufklärungsmängel und Behandlungsfehler stellen unterschiedliche Streitgegenstände dar, insbesondere verjährungsrechtlich

Das OLG Dresden hat in einer aktuellen Entscheidung herausgestellt, dass Aufklärungsmängel und Behandlungsfehler unterschiedliche Streitgegenstände darstellen. Dies gilt insbesondere auch im Hinblick auf die laufenden Verjährungsfristen.

Wenn ein Kläger sich daher zunächst auf den Vorwurf der vermeintlich mangelhaften Behandlung konzentriert und die Aufklärungsrüge z.B. erst nach Vorlage eines gerichtlichen Sachverständigengutachtens erhebt, könnte ein solcher Anspruch zwischenzeitlich verjährt sein - und zwar trotz eines laufenden Prozesses.

Hierbei ist auch zu beachten, dass die Verjährungsfristen von Mängeln im Bereich der Behandlung einerseits und im Bereich der Aufklärung andererseits nicht unbedingt deckungsgleich sind. Der Verjährungsbeginn bei Aufklärungsmängeln kann gegebenenfalls früher als bei einem Behandlungsfehler einsetzen, da dem Geschädigten regelmäßig die Pflicht aufgebürdet wird, sein Wissen durch einfache zumutbare Maßnahme zu vervollständigen.

Das OLG Dresden hat des Weiteren klargestellt, dass ein haftungsrechtlicher Zurechnungszusammenhang nur dann besteht, wenn die verletzte Aufklärungspflicht gerade die Verhinderung des konkret eingetretenen Schadens im Blick hat.

Der Entscheidung des OLG Dresden lag ein Fall aus dem Zahnarzthaftungsrecht zugrunde. Der Kläger rügte hinsichtlich der Extraktion von Weisheitszähnen sowohl Behandlungsfehler als auch Versäumnisse im Bereich der Aufklärung.

OLG Dresden 4. Zivil­senat, Beschluss vom 16.10.2017 - 4 U 1081/17

In der Praxis ist von Bedeutung, stets das Vorliegen von Aufklärungsmängeln und Behandlungsfehlern zu prüfen und regelmäßig beide Ansprüche geltend zu machen. Lassen Sie sich beraten unter 0611 / 505 99 778.

 
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